Psychosomatik der Neurodermitis

Psychosomatik der Neurodermitis

„Geh Du vor, sagte die Seele zum Körper, auf mich hört er nicht, vielleicht hört er auf Dich.“

„Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben, sagte der Körper zur Seele.“

Erst möchte ich eine Einführung in die Psychosomatik geben, um dann auf die Neurodermitis zu kommen.

1. Alte Weisheit – Neues Wissen

Schon früh im Altertum entwickelte sich die psychosomatische Medizin, basierend auf dem Asklepioskult in Griechenland, getrennt von der Schulmedizin, deren Vater Hippokrates war.

Im Asklepiostempel wurde ein Heilungsritual vollzogen. In einem wochenlang rituell vorbereiteten Schlaf im Tempel wurde die Lösung geträumt. Diese Methode war damals sehr erfolgreich. Die Vorbereitung erfolgte durch einen Priesterarzt mit Hygiene- und Diätanweisungen, die viel weiter gingen, als es heute üblich ist.

Grundlage der psychosomatischen Arbeit ist die hermetische Philosophie, die sich am kürzesten in dem Satz des Hermes Trismegistos „wie oben so unten“ und „wie innen so außen“ zusammenfassen lässt.

Die heutige Trennung von Seele/Geist (Psyche) und Körper (Soma):

Medizin für den Körper,

Psychologie für die Seele

Religion für den Geist

2. Heilung als Weg zur Ganzwerdung

Schicksal: geschicktes Heil (lat. salus)

Heilung kommt von heil – ganz, vollkommen

Ein Thema, mit dem wir uns nicht konfrontieren wollen, rutscht von der geistigen auf die seelische Ebene und wird dort in den Schatten verdrängt. Der wiederum manifestiert sich dann im Körperlichen. Dort ist das Thema wiederum leicht zugänglich und wenn wir diese Chance nutzen, ist das ein Weg, den Schatten wieder zu integrieren und ganz, bzw. heil zu werden.

Der Heilkundige kann dabei ein Katalysator sein, der hilft, das Thema von der körperlichen auf die seelische und geistige Ebene zu verschieben.

Zu jedem Symptom gehören einerseits die körperliche Form, aber auch die entsprechenden Verhaltensmuster und Über-Lebensstrategien.

Nur das Symptom ist dabei sichtbar, wie die Spitze des Eisberges.

Wenn man dieses einfach nur unterdrückt, sucht es sich eine neue Bahn, da das Problem an sich nicht gelöst wurde. Man verschiebt hierdurch nur das Symptom. Bei der Neurodermitis ist es die Verschiebung zum Asthma und wieder zurück, wie es z.B. durch Cortison passieren kann.

Da das Krankheitsbild den Betroffenen erst heil macht, kann er sein Symptom nicht entbehren, da dann sein Gleichgewicht gestört ist. Es muss sich folglich ein neues Symptom einstellen.

Krankheit ist die problematische Verkörperung eines Musters. Der Mensch wird dadurch gezwungen, dieses Muster, das er unbewusst ablehnt, doch zu erleben.

Das bewusste Erleben eines Musters ist ein Ritual. Krankheit ist daher ein unbewusstes, bzw. in den Schatten gesunkenes Ritual zur Ganzwerdung und Heilung.

Der erste Schritt ist nun, daraus ein bewusstes Ritual zu machen.

Das Muster lässt sich nicht verändern, wohl aber die Ebene seiner Bearbeitung und Einlösung.

Krankheitsbilder regen an, dem Leben rituellen Charakter zu geben und tragen nicht nur zur Selbsterkenntnis, sondern auch zur Selbstverwirklichung bei.

Krankheit ist eine Chance!

Krankheit ist ein Weg!

Krankheitsbilder lassen sich jeweils unter einem Doppelaspekt betrachten:

1. Sie machen ehrlich und zeigen uns, was wir bisher nicht wahrhaben wollten

2. Sie zeigen uns auch die Richtung der Lösung.

Es kommt ein leidvolles Muster zum Vorschein, dem die Bewusstheit fehlt. Das Annehmen dieses Musters und seiner Botschaft kann auf die zweite Ebene führen und aus der leidvollen Erfahrung ein bewusstes Ritual machen, das Wachstum und Heilung ermöglicht. Krankheit zeigt immer die Aufgabe und die Lösung!

3. Form und Inhalt

Körper und Seele entsprechen Form und Inhalt.

In der Antike galt jede Form als Ausdruck einer dahinter liegenden Idee.

Goethe formulierte noch: „Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis“…

In der Religion und Esoterik ist diese Analogie bis heute selbstverständlich.

Nur in der heutigen Medizin ist sie fremd.

Selbst in der Technik hat alles eine Funktion, eine Idee. Wenn ein Licht blinkt, fragt sich jeder, was das bedeutet. Nur mit unserem Körper gehen wir anders um…

Wenn wir Schmerzen haben, nehmen wir eine Tablette. Da wird ein Symptom eher unterdrückt, anstatt als Signal gewertet zu werden.

4. Ursachensuche und Felder

Die Denkweise der Ursachensuche führt uns, wenn wir konsequent denken an einen Punkt, an den auch die heutige Physik kommt: Synchonizität (C.G. Jung).

Einstein fand heraus, dass jedes Teilchen auch ein Zwillingsteilchen hat, welches jeweils gleichzeitig reagiert. Auf dieser Basis entstand dann das

John Bell – Theorem: Die Teilchen aus einer Quelle hängen für immer auf eine besondere Weise zusammen. Das gilt nicht nur für Teilchen, sondern für alles aus einer Quelle.

Laut unserer Wissenschaft entstand unser Universum aus einem Urknall und muss daher aus lauter miteinander verbundenen Teilchen bestehen…!

Dieses Wissen ist in den alten Traditionen schon seit jeher bekannt. Die Naturwissenschaft kommt also mit neuen Methoden zu altem Wissen…

Rupert Sheldrakes Theorie der morphogenetischen Felder:

Er fand heraus, dass es zwischen Lebewesen Beziehungen gibt, die sich logischen Erklärungen entziehen. Experimente belegen, dass Lebewesen in einem gemeinsamen Feld miteinander auf unerklärliche Weise verbunden sind, ähnlich wie die Zwillingsteilchen. Sie verhalten sich wie ein Wesen, vergleichbar mit einem Fischschwarm. Dabei gibt es keine Zeit, um miteinander in Verbindung zu treten.

5. Analogie, Symbolik und Bedeutung

Hinsichtlich dieser Grundlagen ist es nur logisch, Analogien herzustellen und die Symbolik der Symptome zu deuten, um darauf zu kommen, wie Heilung möglich ist.

Dabei hilft uns schon die Weisheit der Sprache:

Krankheitsbilder sprechen auf Be-hand-lung an. Kränkung sagt schon aus, dass Kränkungen auf Dauer krank machen.

„Eine ehrliche Haut“ zeigt außen, was innen wirklich los ist… Dünne Haut, dickes Fell.

Der Neurodermitis können wir den ursächlichen Analogien wie folgt auf die Spur kommen:

1. Woher kommt das Symptom?

Sie ist eine Allergische Hautreaktion, vor allem auf Nahrungsmittel (das deutet auf den Zusammenhang zum Darm hin)

2. Was sagt das betroffene Organ aus?

Die Haut hat folgende vielseitige Funktionen:

Abgrenzung und Schutz, als Kontaktorgan, als Ausdrucksorgan, als Sexualorgan (erogene Zonen), Atmung, Ausscheidung, Wärmeregulation

3. Was ist der Rahmen, wie sind die Spielregeln?

Ein Ausschlag von innen, mit aggressivem, allergischem Charakter. Es bricht etwas durch, man kratzt sich auf. Rote heiße Hauterscheinung deutet auf eine feurige Energie hin wie Zorn oder nach Anerkennung drängende Leidenschaft. Man möchte aus der Haut fahren…

4. Worauf zielt das Symptom?

Man sollte sich den verdrängten Gefühlen stellen, sich auf die Suche danach machen. Dazu müsste man die Grenze öffnen (Beim Kratzen öffnet man die Haut als Grenze). Die eigenen Bedürfnisse nach Kontakt zulassen, sich auf die Suche machen nach der Quelle der unterdrückten Vitalität.

Die Grenzen mutig und bewusst öffnen, mehr Kontakt und Austausch zulassen. Das Leben mit all seinen Facetten an sich heran lassen. Dazu muss man Lernen, sich seiner Haut zu wehren, offensiv zu sein, anstatt defensiv zu reagieren und die Dinge angemessen verdauen und verarbeiten, sich dafür genug Zeit und Ruhe nehmen.

Auch hier hilft zusätzlich die Homöopathie (vor allem Hochpotenzen), sanfte Massage für den Hautkontakt, ebenso wie Ernährungsumstellung und Entgiftung, vor allem, um die allergische Komponente zu entschärfen.

Wirklich stimmige Be-Deutungen ergeben sich dabei erst, wenn das individuelle Umfeld und die spezifische Symptomatik miteinbezogen werden!

Grundsätzliche Fragen:

Was bringt mir das Symptom?

Wozu zwingt es mich?

Wo führt es mich hin?

Was verhindert es?

6. Homöopathie in der Psychosomatik

In der Homöopathie wird Gleiches mit Gleichem behandelt.

Hier geht es nicht darum, ein Symptom zu bekämpfen, sondern sich mit dem Symptom zu verbünden und es mit ähnlichen Alternativen zu unterstützen bei seinem Versuch, ein fehlendes Prinzip ins Leben des Kranken zu bringen.

Die homöopathische Arznei gibt dem Patienten eine Information, die ihm fehlt und macht ihn so heiler.

Wenn es gelingt, die Problematik so auf eine höhere Ebene zu bringen, kann der Bewusstseinsprozess leichter ablaufen und die Selbsterkenntnis wird unterstützt.

7. Zusammenfassung:

Körper, Geist und Seele sind eins.

Durch Krankheiten können wir unseren Schatten wieder integrieren

und heil werden. Dann können auch die Symptome verschwinden, weil wir sie verwandelt und erlöst, ins Bewusstsein gehoben haben.

Dies ist ein Entwicklungsweg, der zur Ganzheit führt.

Gesundheit ist Gleichgewicht – von Körper, Geist und Seele

8 Reaktionen zu “Psychosomatik der Neurodermitis”

  1. Doro Neuwirth

    Der Artikel ist sehr gut! Besonders die Anregung und Aufklärung über die Homöopathische Medizin.

    Die Homöopathie hat mir als Kind schon bei einem großen und schweren Heilungsprozess sehr geholfen. Ich kann darauf vertrauen.

  2. Thelma

    Es freut mich sehr, das hier in diesem Artikel zu lesen, es ist das erste Mal, dass ich meine eigene Erfahrung (die kein Arzt mir glaubt) bestätigt sehe:

    „Wenn man dieses [Symptom] einfach nur unterdrückt, sucht es sich eine neue Bahn, da das Problem an sich nicht gelöst wurde. Man verschiebt hierdurch nur das Symptom. Bei der Neurodermitis ist es die Verschiebung zum Asthma und wieder zurück, wie es z.B. durch Cortison passieren kann.“

    Mir ist genau das passiert. Ich habe akute asthmatische Bronchitis bekommen, als ich nach einem halben Jahr der Quälerei auf Cortison zurückgegriffen habe. Die LUngenärztin meinte, ich müsse bis a mein Lebensende Sprays verwenden. Aber das Asthma ist wieder komplett ausgeheilt, nachdem ich mich von meinem Freund getrennt habe.

    Heute, 5 Jahre später, stehe ich an dem selben Punkt. Seit 8 Monaten quält mich Neurodermitis, ich bin psychisch so fertig durch den ständigen Scherz und das ständige Jucken, dass ich mich nicht gewehrt habe, als eine entsetzte Hautärztin (ich habe auf alternative Behandlungen gehofft) mich dick mit Cortisonsalbe eingecremt und mit Verbänden eingebunden hat. Seiter habe ich das Gefühl, dass es mit meiner Lunge wieder auf der Kippe steht. Muss ich mich wieder trennen?

    Ich habe Neurodermitis nun zum 4. Mal in einer Beziehung bekommen, es gab aber auch Beziehungen ohne Hautprobleme. Es heilt bei mir auch immer komplett wieder ab, ich hab das nicht chronisch.

  3. Mareike

    Hallo Thelma,
    ich finde es total interessant, dass du das schreibst! Mir geht es nämlich genauso! Ich habe diesbezüglich viel in Foren recherchiert und festgestellt, dass viele Menschen in Beziehungen Neurodermitis bekommen. Manche berichten auch davon, dass sie bei Trennungen Symptome entwickeln. Die Ursachen sind wahrscheinlich sehr individuell, ich weiß nur, dass es sich lohnt, den Partner darum zu bitten, sein Duschgel und Waschmittel auszutauschen.
    Grüße
    Mareike

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