...In diesen Regionen kommen Tacrolimus und Pimecrolimus zum Einsatz. Die Wirkstoffe gelten auch als Alternative, sollten Steroide nicht zum gewünschten Erfolg führen. Jedoch hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA bereits 2005 den Verdacht geäußert, dass die Präparate am Entstehen von Krebserkrankungen beteiligt sein könnten. Angesichts eines 43-jährigen Patienten, der nach dreijähriger Behandlung mit Tacrolimus eine multiple aktinische Keratose entwickelte, ist auch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hellhörig geworden. Die retrospektive Kohortenanalyse brachte keine Klarheit. Jedoch war das Risiko, ein multiples Myelom zu entwickeln, leicht erhöht. Das Fazit: Da Langzeiterfahrungen bzw. Studien mit großen Patientenzahlen derzeit noch fehlen, sollten die Präparate nur zur Zweitlinienbehandlung in Frage kommen. Und für immungeschwächte Patienten bzw. Kinder unter zwei Jahren sind Tacrolimus bzw. Pimecrolimus tabu.
Neue Arzneistoffe, neues Glück
Die leichte und mittelschwere Neurodermitis ist mittlerweile gut therapierbar. Zurzeit liegen Defizite vor allem bei der Versorgung schwerer Verlaufsformen. Doch die Pipeline ist gut gefüllt – etliche Wirkstoffe befinden sich in verschiedenen Stadien der Zulassung. Die Forscher setzen besonders hohe Erwartungen in eine neue Klasse der selektiven Glucocorticoid-Rezeptor-Antagonisten. Diese hemmen ausschließlich die Synthese von Botenstoffen, die Entzündungen triggern. Erste positive Ergebnisse hat auch die topische Therapie mit Johanniskraut-Extrakten geliefert. Allerdings sind die Fallzahlen aus entsprechenden Veröffentlichungen noch recht gering.
Neurodermitis: Wen juckt das noch? (06.05.2011) - DocCheck News


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