Hallo Chrislana,
für mich hört sich das schon nach ND an. Die Diagnose muss trotzdem ein qualifizierter Arzt stellen. Wenn du den Eindruck hast, der aktuelle Arzt interessiert sich zu wenig für die Symptome oder behandelt nicht ausreichend, such schnell nach einem besseren!
Da du schreibst, dein Sohn hat Asthma: ND ist ähnlich wie Asthma, aber statt in der Lunge spielt sich alles auf der Haut ab. Auch die Einflüsse von Allergien bis Stress, die asthmatische Anfälle auslösen können sind vergleichbar, doch "reagiert" die Krankheit ND langsamer, was in der Lunge innerhalb von Minuten oder Stunden passiert, sieht man auf der Haut oft erst nach Tagen.
Die Haut entzündet sich "grundlos", ist trocken und juckt, man kratzt sie schmerzhaft auf, meist bis es blutet, alles brennt...
Über die gängigen Behandlungsleitlinien bei Kleinkindern bin ich leider nicht im Bilde, doch werden dich sicher die anderen Forumsmitglieder gerne mit Informationen versorgen.
ND ist genetisch vorhanden. Das heißt, man kann die Krankheit nicht "heilen". Die Symptome brechen jedoch nur aus, wenn auch ein zusätzlicher "Auslöser" da ist. Deshalb geht es neben der schnellen Versorgung der Entzündung durch Ärztliche Medikation vor allem darum, herauszufinden, was als Auslöser wirkt. Bei Kleinkindern ist dies nicht einfach. Vielleicht wäre ein Anfang, "superverdächtige" Allergene für eine Weile möglichst zu meiden (Nüsse, Kumilch, Hausstaub, Zitrusfrüchte), nach einer Weile lässt sich vielleicht beurteilen, ob es besser wird. Sofern du stillst, gilt das für deine Ernährung. Pass unbedingt auf, dass dein Kind trotzdem ausgewogen ernährt wird, genug Vitamine und Mineralstoffe erhält.
Besonders wichtig ist es, die Haut ausreichend zu pflegen. Nicht jede Creme ist für jeden gut, falls du bei einem Produkt begründete Zweifel hast, wechsle das Pflegemittel. Auch beim Baden und bei der Kleidung sollte man darauf achten, dass alle Stoffe für die Haut angenehm sind.
Hier im Forum wirst du unendlich viele Tips finden, doch werden nicht alle helfen. Jeder Körper ist einzigartig und reagiert auch anders.
Bei so jungen Kindern, mit denen man nicht über Methoden kommunizieren kann, wird es kaum eine Alternative gegen den Juckreiz geben als durch Wirkstoffe. Die Haut zu kühlen kann zwar helfen, jedoch weiß ich nicht, ob das Kind dadurch nicht gefahr läuft, unterkühlt zu werden.
Falls der Arzt keinen Einwand hat, kannst du in der Apotheke oder auf Rezept eine Creme mit Polidocanol oder Thesit anrühren lassen. Das ist ein Anästhetikum, das den Juckreiz betäuben kann.
Das schwierigste ist wohl, positiv zu denken. Denk immer daran: Wenn du dich aufregst oder besorgt bist, spürt das dein Kind und das spürt dann auch seine Haut. Du brauchst etwas, was du nur für dich tust, um einen Ausgleich und dadurch genug Ruhe zu haben, der Krankheit zu begegnen.
Wenn du dich überfordert und hilflos fühlst, dann besuche einen ND-Kurs. Krankenkassen bieten sowas idR an.
Bei vielen Kindern bildet sich die Krankheit während der Kindheit oder der Pubertät vollständig zurück - man weiß leider nicht warum. Insofern kann ich dir keine "sicheren" Tips geben. Ich will dir ans Herz legen, stets zwischen dem Rat des Arztes und dem Rat anderer Beteiligten vernünftig abzuwägen, was dem Kind helfen kann.


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