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Thema: Reizdarm: Mastzellen spielen zentrale Rolle

  1. #1
    Forenlegende Avatar von Cookie67
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    Standard Reizdarm: Mastzellen spielen zentrale Rolle



    Mastzelle als Schlüsselzelle bei entzündlichen Erkrankungen:

    Neueste Untersuchungen zeigen, dass die Krankheitsbilder Reizdarm-Syndrom und Neurodermitis gemeinsame Entstehungsmerkmale haben. In beiden Krankheitsbildern fungieren Mastzellen als Schlüsselzellen. Diese Erkenntnis kann zukünftig zu besseren Therapiemöglichkeiten beider Erkrankungen führen.

    In der medizinischen Grundlagenforschung war bisher nicht bekannt, dass die beiden entzündlichen Erkrankungen Reizdarm-Syndrom und Neurodermitis (atopisches Ekzem) gemeinsame Entstehungsmerkmale besitzen. Untersuchungen der vergangenen drei Jahre haben gezeigt, dass die so genannten Mastzellen eine Schlüsselrolle bei der Entstehung des Reizdarm-Syndroms spielen. Die Erkenntnis, dass diese Zellen bei der Entstehung von Allergien wie Neurodermitis beteiligt sind, gilt seit vielen Jahren als sicher. Mastzellen sind Zellen der körpereigenen Abwehr, die sich im gesamten Körper, vor allem aber in der Haut und in den Schleimhäuten befinden. In ihnen sind Botenstoffe enthalten, die bei Kontakt mit Bakterien oder bei der Entstehung einer Wunde ausgeschüttet werden und eine Entzündungsreaktion auslösen, um Bakterien zu beseitigen und den Körper zu schützen.

    „Mit Mastzellstabilisatoren kann in Form von Probiotika, also gesundheitsfördernden Bakterien, die geschädigte Darmflora wieder normalisiert und die Barrierestörung aufgehoben werden. Die Zellen werden beruhigt, sodass die Entzündungsreaktion abklingt“

    Neurodermitis & Reizdarm: Mastzellen spielen zentrale Rolle - Gesundheit und Medizin auf QualiMedic

  2. #2
    Alter Hase Avatar von Hanyou
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    Standard

    Interessant. Im Originalartikel steht auch, dass bei Neurodermitis eine Darmbarrierestörung vorliegt. Ist damit eine abnormale Durchlässigkeit der Magen/Darmschleimhaut für Proteine gemeint? Sowas gibt es bei Säuglingen, da sie bei der Geburt noch kein eigenes Immunsystem besitzen und durch die Muttermilch deshalb wichtige Stoffe wie Immunglobuline aufnehmen müssen. Wenn Säuglinge dann auch bestimmte Lebensmittel wie z.B. Hühnerei bekommen, entwickeln sie häufig Allergien dagegen, da die Allergene noch vollständig ins Blut absorbiert werden können und dort als körperfremd erkannt werden. Normalerweise wird die Darmschleimhaut aber nach ungefähr dem sechsten Lebensmonat immer weniger durchlässig und lässt bei Erwachsenen dann eigentlich keine Proteine mehr durch. Die werden normalerweise ja vollständig zu Aminosäuren aufgespalten und erst dann durch die Pfortader ins Blut und zur Leber transportiert. Wenn jetzt bei Neurodermitikern eine erhöhte Durchlässigkeit besteht, würde das einiges erklären, zum Beispiel warum viele mit Lensmittelallergien starke Probleme haben. Möglicherweise liegt da auch ein Erklärungsansatz für die Histaminintoleranz bzw. die Wirkung von histaminarmer Ernährung?

    Liebe Grüße
    Hanyou
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  3. #3
    Stammgast
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    Klingt doch plausibel.

    So neu ist das aber gar nicht, genau dieser Mechanismus wurde schon früher beschrieben unter dem Namen "Leaky Gut Syndrom".

    http://www.ernährungsberateronline.org/html/leaky-gut_syndrom_.html Leaky-Gut-Syndrom (Praxis Dr. med. Martha Ritzmann-Widderich, Arno Widderich)

  4. #4
    Forenlegende Avatar von Pustelblume
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    Jep - das Thema hatte ich auch schon mal irgendwo aufgegriffen...

    http://www.neurodermitisportal.de/fo...ighlight=Leaky

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur noch mal wiederholen: In den ersten Wochen der Histamin-Diät ist nicht nur meine Haut, sondern vor allem auch mein Reizdarm besser geworden.

    LG Pustelblume
    „Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun.“ Jean Baptiste Molière

  5. #5
    Forenlegende Avatar von Cookie67
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    Standard Wie die Haut Schutz bietet

    In ihrem Projekt will Gschwandtner die Rolle dieser Mastzellen für die Barrierefunktion der Haut erkunden: „Denn Mastzellen findet man in der unteren Schicht der Haut, der Dermis (Lederhaut; Anm.). Ihre Funktion ist, Alarm zu schlagen, wenn fremde Stoffe eindringen.“ Doch bei Erkrankungen, zum Beispiel Neurodermitis oder Schuppenflechte, treten Mastzellen stark vermehrt auf. Die Frage ist, ob die Mastzellen, die den Körper vor Problemen schützen sollen, in diesem Fall selbst zum Problem werden.

    Es wäre möglich, dass Mastzellen bei dieser Störung beteiligt sind, schließlich speichern sie viele Substanzen, die Hautirritationen auslösen können. „Wir erforschen das im Labor in Zellkultur.“ Dazu werden menschliche Hautzellen und Mastzellen isoliert: Auf einer Matrix aus Collagen und Dermis-Zellen wachsen diese im Laborschälchen zu kleinen Stückchen künstlicher Haut heran. „In Struktur und Funktion ist das vergleichbar mit unserer Haut. In Experimenten behandeln wir die künstliche Haut mit Substanzen, untersuchen einzelne Faktoren und beobachten, wie Mastzellen in die Zerstörung der Hornschicht involviert sind“, erklärt Gschwandtner.

    Wie die Haut Schutz bietet « DiePresse.com

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