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Zuordnungsprobleme Neurodermitis/ halbjährlich(?)

Dieses Thema enthält 4 Antworten und 3 Teilnehmer. This post has been viewed 169 times Es wurde zuletzt aktualisiert von Avatar Ashey2000 vor 3 Jahre. This post has been viewed 169 times

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  • #9018
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    Tammyx
    Teilnehmer

    Einen schönen guten Abend,

    ich hoffe es gehört hier her, bin noch in keinem Forum angemeldet gewesen und leicht unsicher in der Aufteilung.

    Nachdem ich gerade allerdings an einem absoluten Tiefpunkt bin, einfach nur verzweifelt, hoffe ich um Nachsicht, wenn ich evtl. irgendwas nicht beachtet haben sollte.

    Wo fange ich an? Am besten am Anfang, um einen Überblick zu verschaffen. Als kleines Kind hatte ich Neurodermitis (denke ich). Meine Eltern sind mit mir von Arzt zu Arzt und nichts hatte geholfen. Meine mutter hat mich nachts im Bett so fest zugedeckt, dass ich mich nicht mehr bewegen konnte, weil ich mir sonst ellenbeugen, Kniekehlen hälnde und bis aufs Fleisch blutig gekratzt habe.Irgendwann sind wir zu einem Homöopathen, der sich auch alles drum herum angehört hat. Der hatte festgestellt, dass die unbehandelte Milch vom Bauer nebenan, die mir meine Mutter jeden Tag rein zwingen musste, unbedingt weggelassen werden muss. Dazu sollte ich aufgrund einer gräserallergie nur noch langärmlig in den Garten etc. Ergänzend hatte er mir „zauberkügelchen“ (ich war damals 6 Jahre alt) gegeben, die ich nehmen sollte, sobald es irgendwo anfängt zu jucken. Daraufhin war ich fast 15 Jahre beschwerdefrei.

    Dann wurde ich vor 4 Jahren schwanger und seit dem habe ich im Frühjahr, sobald die ersten pollen fliegen, bis in den Herbst hinein einen für mich unerklärlichen Ausschlag an den handoberflächen. Kleine Bläschen, die unglaublich jucken. Letztes jahr haben diese Bläschen dann angefangen, eine Art „Elefantenhaut“ (keine Ahnung wie ich das sonst beschreiben soll) zu bilden, Antihistaminika haben nicht geholfen. Also bin ich zum Dermatologen, welcher mir gesagt hat, dass meine Neurodermitis wohl wieder da ist. Der mir eine 11-wöchige Cortisontherapie verordnet hat. Nach den 11 Wochen war dann der Sommer leider oder zum Glück rum.

    Im April hat es jetzt wieder angefangen. Seit den ersten warmen Sonnentagen sieht meine Hand wieder aus wie ein elefantenfuß. Ist ledrig, geschwollenund jeden Tag kommen immer mehr bläschen dazu. Die 2 hancremes, due mein Dermatologe mir angerten hat (tagsüber eine protect creme und nachts eine repair creme) brennen nur beim Auftragen und ich hab nicht das Gefühl, dass sie irgendwas bringen, auch wenn ich Angst habe sie wegzulassen, falls sie doch irgendwas abdämpfen.

    Seit einer Woche zieht sich der Ausschlag jetzt zunächst das Handgelenk hoch, über Innenseite der Unterarme bis in die ellenbeugen.

    Parallel dazu habe ich denselben Ausschlag jetzt auch am Hals. Der juckt, aber sobald ich auch nur mit irgendwas (Hände oder t-shirt-kragen) drankomme, brennt es wie Feuer. Mein Dermatologe will mir jetzt wieder Cortison geben u d sagt was anderes hilft da eh nicht. Wobei ich dazu sagen muss, dass er wenn es hoch kommt in den zwei jahren jetzt 10 min mit mir gesprochen hat, meine Hände keine 2 sec angesehen hat.

    Jetzt bin ich verzweifelt. Wenn ich jetzt wieder cortisoncreme draufmache, wie weit breitet es sich nächstes Jahr aus. Ist das überhaupt Neurodermitis, weil im Herbst und im Winter habe ich überhaupt nichts. Keine trockenen Hände, gar nichts. Nur in der pollenzeit. Die Bläschen irritieren mich ebenfalls. Kleine höchstens 1 mm große kreisrunde blasen mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt, an manchen erkenne ich unten mittig einen winzigen dunklen punkt.

    Nachdem ich jetzt gefühlt das halbe Internet durchforstet habe und selbst an der Zuordnung, was genau das sein kann, scheitere, habe ich keinerlei Ansatzpunkte, wie ich Alternativen recherchieren kann.

    Kennt das irgendwer? Nur halbjährlich auftretende Ausschläge, nur während der gesamten pollensainson? Klar, die „Elefantenhaut“ ist trocken, fühlt sich morgens an wie Sandpapier, der Juckreiz ist unbeschreiblich, ich werde nachts wach, weil es so unsäglich juckt. Und wenn ich dann doch mal schlafen kann, weckt mich meine tochter.

    Ich sollte jetzt vielleicht noch erwähnen, dass ich einer Vollzeitbeschäftigung nachgehe und wie schon erwähnt ein fast vierjähriges kleines Mädchen habe. Irgendwelche Kuren, Reisen ans tote meer o. ä. Sind daher einfach zeitlich nicht drin. Sommerurlaub auf den Kanaren hat bisher geholfen. Letztes Jahr in der Bretagne ist es nur noch viel viel schlimmer geworden.

    Falls es jetzt irgendwer durchgehalten hat, den ganzen Roman zu lesen (ich entschuldige mich schon jetzt für meine Handy-autokorrektur) bedanke ich mich schon jetzt, über jeglichen Anhaltspunkt, an dem ich anknüpfen kann.

    Vielen lieben Dank und einen schönen Abend

    Tammy

    #49297
    Avatar
    Daidan
    Teilnehmer

    Hi Tammy,

    erstmal willkommen im Forum. 🙂

    Ich fühle mit Dir, ich habe selbst seit 14 Jahren mit Ekzemen an den Händen zu kämpfen. Ich kann allerdings nur erahnen, was dieser Juckreiz und die schlaflosen Nächte mit Dir machen, wenn Du Dich gleichzeitig um ein vierjähriges Mädchen kümmern und einen Vollzeitjob wuppen musst. Das muss eine riesige Belastung für Dich sein.

    Das Krankheitsbild, das Du beschreibst, ist tatsächlich ungewöhnlich, weil es so sehr an die warme Jahreszeit gebunden ist und sich gleichzeitig (bis auf die letzten Tage) ausschließlich auf die Hände bezogen hat.

    Nach allem was Du berichtet hast, sprechen meiner laienhaften Auffassung allerdings schon ein paar Punkte für die Diagnose Neurodermitis (ND):

    1. weil Du die Veranlagung nachweislich in Dir trägst, da Du ja als kleines Kind schon an ND erkrankt warst;

    2. weil die Symptome erst wieder nach Deiner Schwangerschaft aufgetreten sind. Die hormonelle Umstellung während dieser Zeit könnte dafür verantwortlich sein. Alles natürlich mit großer Vorsicht formuliert, ich bin kein Arzt. Hier im Forum haben allerdings schon viele Frauen berichtet, dass nach einer Schwangerschaft die ND-Symptome erstmalig wieder auftraten oder auch dauerhaft verschwanden. Ich selbst hatte z.B. auch ND als Kleinkind, dann mehr als 10 Jahre nicht mehr, und erst wieder in der Pubertät (hormonelle Umstellung?) kam die ND bei mir mit Macht zurück. Insofern also schon vielleicht eine nicht ganz untypische ND-Biografie, die Du hast, zumindest in diesem Punkt;

    3. Der unerträgliche Juckreiz, unter dem Du leidest, sicherlich DAS wichtigste Symptom bei der Neurodermitis überhaupt;

    4. Auch dass die Ekzeme gut auf die 11-wöchige Kortisontherapie ansprachen, ist ein Indiz. ND-Ekzeme lassen sich (kurzfristig!) gut mit Kortison behandeln. Allerdings ist Kortison natürlich ein sehr mächtiger Wirkstoff bei vielerlei Entzündungen der Haut.

    Wenn Du magst, stell doch mal ein Foto Deiner Ausschläge hier ins Forum (Fotos sind nur für Mitglieder anklickbar), dann können wir uns noch ein besseres Bild machen. Du hast die Ekzeme aber auch so schon gut beschrieben.

    Die sehr kleinen, mit klarer Flüssigkeit gefüllten Bläschen, der unerträgliche Juckreiz und die „Elefantenhaut“ wie Du es nennst erinnern mich stark an eine Sonderfom der ND, unter der ich auch leide. Sie heißt Dyshidrotisches Ekzem oder einfach Dyshidrosis. Es gibt dazu einen ganz guten Wikipedia-Eintrag. Allerdings passt es bei Dir insofern nicht, weil bei der Dyshidrosis üblicherweise die Handinnenflächen und Innenseiten der Finger betroffen sind und nicht der Handrücken, so wie Du es beschreibst. Hmm.

    Der zeitliche Zusammenhang bei Dir mit den warmen Monaten von Frühling bis Ende des Sommers ist tatsächlich frappierend. Im Herbst und Winter hast Du wirklich gar keine Beschwerden, nicht mal trockene Haut? Du hast Recht, der Pollenflug ist in der Tat sehr naheliegend als provozierender Faktor. Zumal Du ja auch als Kind an einer Gräserallergie gelitten hast. Eine Pollenallergie, die sich ausschließlich über Hautekzeme äußert, ist vielleicht nicht so besonders häufig, aber definitiv eine Möglichkeit.

    Wurden denn sämtliche Allergietests gemacht, die es so gibt? Das ist definitiv ein sinnvoller Ansatz, denke ich. Nur jetzt im akuten Zustand sind sie vielleicht nicht möglich.

    An Deiner Stelle würde ich jetzt auch wieder zu Kortison greifen, obwohl ich diesem Wirkstoff bei der langzeitlichen ND-Behandlung nach eigener Erfahrung skeptisch gegenüber stehe. Aber Dein Dermatologe hat insofern Recht, dass bei der sich ausbreitenden akuten Ekzembildung wie Du sie beschreibst, Kortison einfach das am besten erprobte und wirksamste Mittel ist. Welche Kortisonsalbe hat er Dir denn verschrieben?

    Einfach um Dir jetzt mal Linderung zu verschaffen, und um das Ausbreiten zu verhindern, würde ich das echt machen mit dem Kortison. Dass Dir das Angst macht, dass die Ekzeme auf andere Hautpartien übergreifen, kann ich total nachvollziehen, würde mich auch total kirre machen.

    Dein Dermatologe klingt allerdings nicht sehr vertrauenserweckend. Ich kenne diese Art Hautärzte leider auch zur Genüge. Tatsächlich habe ich einige (meiner Meinung nach) echt schlechte Dermatologen mit null Empathie und wie Du es auch beschreibst Diagnose aus dem Chefsessel hinter dem Schreibtisch aus ohne Begutachtung der Haut über mich ergehen lassen müssen. Geh zu ’nem/’ner anderen, wenn Du Dich da nicht richtig aufgehoben fühlst! Würde ich wirklich machen, es gibt auch sehr kompetente Hautärzte, man muss sie nur finden. Kennst Du jameda, das Bewertungsportal für Ärzte? Ist nur eine Möglichkeit, nicht einfach den nächstbesten aus den Gelben Seiten auszuprobieren, aber die Ärzte, die ich persönlich kenne, werden da ziemlich akkurat bewertet.

    Was ich sonst noch fragen wollte:
    Hattest Du denn nach der 11-wöchigen Kortisontherapie dann wieder in den nächsten Jahren Ruhe? Oder kam das die letzten vier Jahre immer im Frühling wieder?
    Und kannst Du Dir noch irgendetwas anderes denken neben den Pollen, dass Du jedes Jahr immer nur in den warmen Monaten tust/isst/anfasst?
    Vielleicht ein bestimmtes Obst/Gemüse, welches Du immer nur in dieser Zeit zu Dir nimmst, Erdbeeren z.B.
    Oder hast Du einen Garten, um den Du Dich in diesen Monaten kümmern musst und ziehst dafür vielleicht immer spezielle Handschuhe an?
    Ich sag einfach mal ein paar Sachen, weil grad die Hände auch immer für ein Kontaktekzem sprechen können, weil Du irgendetwas anfasst, was eine Allergie auslöst.

    Verlier den Mut nicht und nutz ruhig das Kortison, um wieder mal ein paar Nächte durchschlafen zu können. Die genaue Ursachensuche könnte aber leider länger dauern.

    Hier bist Du jedenfalls nicht allein mit Deinem Leiden, gerade den Juckreiz und wie der einen fertig macht, das kennt hier jeder. Also lad ruhig alles hier ab, was Dich belastet. 🙂

    Viele liebe Grüße,
    Daidan

    #49299
    Avatar
    Tammyx
    Teilnehmer

    Hallo Daidan,

    danke für die schnelle Antwort.

    Kurz zu Klarstellung, ich war wohl ein wenig zu aufgewühlt um alles logisch zu beschreiben:

    Vor vier hat es wieder angefangen. Von Frühling zu Frühling immer schlimmer. In der Schwangerschaft hab ich nichts dagegen gemacht, außer kühlen und mich abzulenken. Ich muss jetzt vielleicht erwähnen, dass ich aufgrund des ärztemarathons in meiner Kindheit noch immer nur dann zum Arzt gehe, wenn es für mich keinen Weg mehr drum rum gibt. Ich weiß dass das manchmal kontraproduktiv ist, aber für mich ist der gang zum Arzt irgendwie immer negativ behaftet.
    Daher bin ich auch erst letztes Jahr im Juli, als es unerträglich wurde das erste Mal damit zum Hautarzt. Wobei ich zu meiner Verteidigung sagen muss, dass ich in meiner Pubertät auch ab und an einen leichten Ausschlag an den Händen hatte und Diagnosen wie „hitzefrieseln“ (keine Ahnung was das sein soll) die völlig normal wären bekommen habe.

    Allergietests sind irgendwie immer ein komisches Thema, weil ich mal auf Hasel, Birke, Gräser reagiere und mal nicht. Keine Ahnung warum, aber es ist einem Arzt schwer klarzumachen, dass von gefühlten 100 allergietests ein paar positiv sind und der rest halt nicht. Lebensmittel kann ich eigentlich ausschließen. Nachdem ich seit meimer Kindheit auf Kuhmilchprodukte genauso reagiere (auch im Winter) habe ich schon wirklich alle Lebensmittel mal weggelassen um zu sehen ob sich was ändert.

    Letztes Jahr bin ich also zu einem Hautarzt gegangen, der mir dann 11 Wochen Cortisonsalbe verordnet hat. Danach war es Herbst und dieses Jahr ist es nicht nur an den Händen sondern hat sich sogar ausgebreitet.ich habe jetzt mal irgendwie handyfotos in meinem Profil hochgeladen. Nachdem es gestern den ganzen Tag geregnet hat, sind da aber keine neuen Bläschen zu sehen.
    Ich bin eigentlich der festen Überzeugung, dass es mit meiner Pollenallergie zusammenhängt. Antihistaminika helfen aber nicht bzw. haben zumi dest keinen merklichen Effekt. Mein Hautarzt hatte mir letztes Jahr gesagt, ich kann bis zu 12 cetirizin am Tag nehmen. Aber wirklich verändern tut das nichts.

    Bei meinen nächtlichen Recherchen bin ich schon mal darauf gestoßen, dass pollen ND-schübe auslsen können. Ich könnte mich aber mit den ganzen Leidensgeschichten, die man überall findet nie identifizieren, weil ich ja im Winter nichteinmal trockene Hände o. ä. Habe, gar nichts! Wirklich nichts. Deswegen kamen mir auch die ganzen darmreinigungstipps u. ä. Etwas befremdlich vor.

    Mir ist auch bewusst, dass ich, nach allem, was ich die letzten Jahre alles gelesen habe, nicht wirklich jammern sollte. Mir tun wirklich alle von Herzen Leid, die mit der Krankheit rumlaufen und die es noch so viel schlimmer erwischt hat als mich. Aber ich komme mir momentan einfach so verdammt hilflos vor. Ich weiß einfach nicht, wo ich anknüpfen kann, um wenigstens mal zu wissen, was es ist und wie ich damit leben kann. So ist es einfach zum K*****. Es juckt, ich kann nicht schlafen, ich muss mich echt zusammenreißen nicht zu kratzen und trotzdem halte ich es manchmal einfach nicht mehr aus. Und auch, wenn es eigentlich oberflächlich klingt, es belastet mich, immer meine Hände verstecken zu wollen. Meine Tochter will mir immer ein Pflaster draufmachen, „weil es nur mit Pflaster heilt“. Außerdem ist es echt nicht schön ständig darauf angesprochen zu werden und immer wieder die Frage zu hören „kann man da nichts dagegen nehmen, was pflanzliches vielleicht?“. Keine Ahnung. Nachdem ich offenbar noch nicht mal fähig bin es zuzuordnen, woher in Gottes Namen soll ich dann wissen, was man machen kann!! Entschuldigt aber ich bin grad echt einfach frustriert. Und ja ich kann mir jederzeit mein Rezept abholen, aber nachdem sich das jetzt auch an Unterarme und Hals ausgebreitet hat habe ich einfach Angst davor. Angst davor, dass es im August wiederkommt, weil normalerweise hab ich das immer bis September oder Oktober. Angst, dass ich nächstes Frühjahr am ganzen Körper so aussehe nur weil ich jetzt wieder Salbe nehmen würde. Angst in 5 Jahren mit Anfang 30 Hände wie eine 80-jährige zu haben.

    Sorry für den Missmut, aber ich bin grad einfach nur am Ende. Meine mutter, so gern ich sie habe, kann mir keinerlei Erfahrungen aus meiner Kindheit berichten, weil ich nur immer wieder höre, wie schlimm das mit so einem Kranken Kind war, aber was geholfen hat, wie der Homöopath hieß, das war alles nicht wichtig genug es sich zu merken oder zu notieren. Mein Freund, Rettungssanitäter von Beruf versteht die Problematik nicht. Ab ins Krankenhaus, salbe drauf, gut ist. Ich fühle mich grad einfach hilflos und kann damit nicht umgehen.

    Deswegen hatte ich auch den Schritt gewagt, irgendwelche wildfremde mit meinen Problemen zu belasten. In der Hoffnung, dass irgendwer, irgendwie, irgendwann mal von sowas gehört, gelesen oder selbst davon betroffen war.

    Ich hoffe ich hab mit den Fotos alles richtig gemacht und nochmals Entschuldigung für die Wortwahl.

    Liebe Grüße

    Tammy
    .

    #49298
    Avatar
    Daidan
    Teilnehmer

    Hey Tammy,

    es ist gut, dass Du Deinen ganzen Frust mal rausgelassen hast.
    Damit belastest Du hier auch niemanden. Genau dafür wurde dieses Forum auch gegründet, um sich hier mal diesen ganzen Mist von der Seele zu schreiben, ohne Rücksicht auf Familie, Freunde, Partner zu nehmen.
    Vielleicht muss man Deine Mutter und Deinen Freund auch ein bisschen in Schutz nehmen. Bzw. ich habe das in meinem Freundeskreis/ in der Familie auch immer wieder erlebt, wie da so drüber weggegangen wurde, wie wenig sie sich in dieses Leiden hineinversetzen konnten. Ist ja auch schwierig, wenn man selbst diesen Juckreiz und diese schlaflosen Nächte nicht kennt. Ich denke, das geht uns bei anderen Krankheiten auch so, dass es uns schwerfällt, das wirklich nachzuvollziehen, was es heißt damit zu leben.

    Ich kann Deine Frustration, und vor allem dieses Ohnmachtsgefühl und diese gnadenlose Hilflosigkeit total verstehen. Mir ging es da ganz genauso. Du denkst, Du hast diese Sch**** am Hals, bist selbst einfach überfordert damit und keiner hilft Dir wirklich.

    Chronische Hauterkrankungen sind einfach grausam und tückisch, weil es mit „Ab ins Krankenhaus, salbe drauf, gut ist.“ schlicht nicht getan ist. Es funktioniert so nicht. Leider. Ich wünschte, es wäre so.

    Deswegen mein erster Rat, auch wenn es garantiert das Letzte ist, was Du hören willst. Versuch, es Dir nicht so zu Herzen zu nehmen. Denk nicht dran, was vielleicht nächstes Jahr ist, ob dann noch mehr Hautareale betroffen sind. Wie Du in fünf Jahren aussiehst. Das ist ein Riesenstress für Dich. Ich kann es zu 100% verstehen, und habe genauso gedacht, aber das ist der reinste Psychoterror und führt letztlich zu nichts. Im Gegenteil, das ist Stress pur und macht es Deinem Körper schwerer, gegen die Entzündungen vorzugehen.

    Konzentrier Dich auf das Hier und Jetzt. Jetzt sind diese Bläschen da und diese Elefantenhaut. (Danke übrigens für das Hochladen der Fotos, hat geklappt). Das ist furchtbar, aber das ist jetzt so. Damit musst Du jetzt erstmal umgehen, Deine Haut zwingt Dich dazu. Was in fünf Jahren ist, ist im Moment völlig irrelevant, da hast Du grad sowieso absolut null Einfluss drauf. Dass das Dein Denken bestimmt und Dir Megasorgen macht, völlig nachvollziehbar, aber versuch wirklich jeden aufkeimenden Gedanken daran zu stoppen, es hilft Dir überhaupt nicht.

    Wenn Du jetzt noch Lust hast weiterzulesen ;), und nicht schon einen Hals hast von wegen „Wie zum Henker soll ich das nicht so nah an mich ranlassen, wenn mich das alles total fertigmacht im Moment“, nun zum Hier und Jetzt.

    Auf Deinen Fotos sehen die Ausschläge schon ein bisschen anders aus als meine ND an den Händen. Ich habe nicht diese ausgeprägten Bläschen wie Du und Deine Art von Elefantenhaut sieht auch anders aus als meine eher rissige und schuppige, aber auch vergöberte Haut. Das muss aber auch nix heißen, die Neurodermitis kann sich glaube ich bestimmt auch so äußern, wie es bei Dir aussieht.

    Allein vom Aussehen Deiner Ekzeme kann ich leider auch nicht sagen, ob es eher ND ist oder eher auf eine Allergie hindeutet. Hilft Dir auch nicht weiter, ich weiß.

    An Deiner Stelle würde ich versuchen, es so systematisch anzugehen wie möglich. Im Moment siehst Du nur diese tausend möglichen Ansätze, die auch im Internet zu finden sind, alles ist iwie möglich und nichts ist sicher. Da fühlt man sich einfach völlig überfordert.

    Im Moment ist Dein bester Ansatz die Pollenallergie. Ok, finde ich völlig nachvollziehbar. Dann konzentrier Dich doch erst mal da drauf. Du hast gesagt, Du hast schon richtig viele Allergietests gemacht, und das Ergebnis war immer unterschiedlich, mal hast Du auf Birke, Gräser etc. reagiert und mal nicht. Hast Du all diese Tests bei diesem Hautarzt gemacht, wie lange ist der Letzte her? Und wie hat der funktioniert, hat man Dir da diese Pflasterstreifen auf den Rücken geklebt mit den Allergenen drunter und geguckt, ob die Haut drauf reagiert? Ich meine, das wäre doch ein klarer Ansatz, wenn Deine Haut auf dem Rücken z.b. auch mit Ausschlag auf z.B. Birkenpollen reagiert?

    An Deiner Stelle würde ich auf jeden Fall nochmal so einen aktuellen Test auf Pollenallergie machen. Ich meine auch, dass sich solche Allergien auch über die Jahre immer mal wieder verändern können, von daher vielleicht auch Deine unterschiedlichen Ergebnisse. Für einen aktuellen Test würde ich mich mal nach einem Allergologen umsehen, der macht das dauernd und hat damit die meist Erfahrung. Weiß bloß nicht, ob man das im akuten Entzündungsstadium machen kann.

    Auch generell würde ich nochmal zu einem/r anderen Dermatologen gehen. Du hast eine Abneigung gegen Ärzte und gehst nicht gern hin. Ok. Aber es wäre doch total ärgerlich, wenn ein Arzt wirklich die zündende Idee hätte, was es ist, und Du würdest sie so verpassen. Du hast doch überhaupt nix zu verlieren. Wenn er oder sie wieder nur kurz draufschaut und Kortison verschreiben will.. und tschüss, danke für nichts, und raus aus der Tür. Aber die Krankenkasse bezahlt es doch. Wohnst Du denn eher auf dem Land oder in einer größeren Stadt, wo es auch mehrere Hautärzte gibt? Es gibt wirklich bessere und schlechtere. Im jameda-Portal findest Du schon mal Erfahrungsberichte von anderen Patienten. Oder vielleicht kennt Dein Hausarzt oder in Deinem Bekanntenkreis jemand einen guten Dermatologen? Hör Dich mal um.

    Was kann man akut gegen den Juckreiz und die Entzündungen tun. Mir hilft immer am besten, sofort die juckenden Stellen unter kaltes Wasser zu halten und sie dann mit einer kühlenden, feuchtigkeitsspendenden Salbe einzucremen. Ich habe dabei mit Aloe Vera gute Erfahrungen gemacht, aber da muss jeder selbst rausfinden, welche Pflegecreme man am angenehmsten findet. Jetzt im Sommer kann man die Pflegecremes auch in den Kühlschrank stellen, um den kühlenden Effekt noch zu verstärken.

    Du hast Angst, das Kortison jetzt wieder zu nehmen, nach Deinen letzten Erfahrungen. Versteh ich total, ich finde diesen Reboundeffekt beim Kortison (Wiederaufflammen der Symptome nach dem Absetzen) auch total gruselig. Leider ist es nun mal kurzfristig das wirksamste Mittel, um effektiv die Entzündungen zu bekämpfen. Das kann Dir dann auch dabei helfen, mal wieder durchzuschlafen, zur Ruhe zu kommen und Dich zu regenerieren. Aber Du hast Recht, letztendlich ist es nur Symptomunterdrückung und beseitigt nicht die Ursache der Erkrankung.

    Verlier nicht die Hoffnung, dass es gar nicht wieder weggeht, siehst Du, Du warst 15 Jahre lang beschwerdefrei und selbstverständlich kannst Du da auch wieder hinkommen. Vielleicht musst Du einfach nochmal schwanger werden, und der Ausschlag verschwindet so wie er gekommen ist. 😉 (Nicht ganz ernst gemeint)

    Und lad bitte alles hier ab, was Dich weiter frustet, genau dafür ist das Forum da!!

    Viele liebe Grüße,
    Daidan

    #49300
    Avatar
    Ashey2000
    Teilnehmer

    Hallo Tammy,
    ich bin neu hier, wollte aber gerne auch was zu deinem Problem schreiben.

    Ich leide unter Dyshidrotischen Ekzemen (vorwiegend an den Fingerinnenseiten, aber auch Handflächen) und bei mir treten sie auch ausschließlich in den Sommermonaten auf. Besonders schlimm ist es in den „Knickrillen“ der Finger, da es teilweise so anschwillt, dass ich die Finger kaum krümmen kann, ohne dabei starke Schmerzen zu empfinden. Meist kündigt es sich durch ein Spannungsgefühl an, dann kommt der Juckreiz, dann kommen die Bläschen. Es wurde erst letztes Jahr diagnostiziert (leider kennen sich die meisten Hautärzte hiermit eher schlecht als recht aus) und erst Kortisonsalbe hat geholfen. Die Jahre davor musste ich so klar kommen.

    Laut meinem Allergologen (der es klassifizieren konnte) kommt es nicht selten nur in den Sommermonaten vor und stellt eine zusätzliche allergische Reaktion dar. Wie alle atopischen Erkrankungen tritt auch dieses gehäuft dann auf, denn die Zahl der IgE im Körper besonders hoch ist – also zur Allergiezeit.

    Bei dir weiß ich nicht, ob es ebenfalls das Dyshidrotisches Ekzem ist (hab mir die Bilder angeschaut), aber bestimmte Maßnahmen sollten eigentlich immer helfen. Aber auch hierbei gibt es Unterschiede. Es kann eine Unterform der Neurodermitis sein, es gibt dieses Ekzem aber auch aus anderen Gründen (Kontaktallergie, Pilzinfektion – lies dir mal diese Informationssammlung durch: http://www.derma.de/bochum/tl_files/dermatologie/dermatologie-pdf/Informationsblaetter/Merkblaetter_Dyshidrotisches_Ekzem.pdf)

    Nimmst du Antihistamine? Bei mir halten diese die Ausbreitung der Bläschen etwas in Schach, da es die IgE senkt.
    Desweiteren solltest du deine Seifen sorgsam auswählen. Ich nehme mittlerweile ausschließlich pflanzliche (natürlich muss hier auf die Inhaltsstoffe und mögliche Allergien geachtet werden), ölige und parfümfreie Seifen – das alleine hat das Leiden schon vermindert. Hier muss man probieren. Ich vertrage z.B. Olivenölseife besonders gut. Um ganz sicher zu gehen ist ein seifenfreies Waschstück zu empfehlen. Sobald ich mal auswärts bin und normale Seife (besonders schlimm ist Flüssigseife) benutzen muss, verschlimmert es den Zustand drastisch.
    Dann ein weiterer Tipp: Ständig die Hände eincremen. Aber auch hier am besten nur antiallergische Handcremes verwenden, auch wenn diese teuer sind. Ich creme mir damit die Hände nach jedem Waschen, aber auch so häufiger ein. Dies vermindet zumindest die Neigung, dass die Bläschen zu dieser Elefantenhaut übergehen. Auch lindert es den Juckreiz ein bisschen, auch wenn dafür meist nur cortisonhaltige Cremes helfen.

    Salz brennt wahnsinnig und trocknet ja eigentlich die Haut aus – aber Bäder mit Badesalz aus dem Toten Meer oder auch ein Aufenthalt am Meer selbst, haben mir immer wahnsinnig geholfen. Isotrope Handbäder sind eine gute Alternative.

    Ansonsten achte mal darauf, ob es bei bestimmten Nahrungsmitteln oder Hautkontakten (anfassen) schlimmer wird. Ich kann z.B. Gummi oder Latex gar nicht vertragen (also keine Putzhandschuhe, keine Kugelschreiber mit diesen Gummigriffen), dann blühen die Bläschen richtig auf.

    Was deine Zukunftssorgen angeht: Ich muss Daidan zustimmen – mach dich nicht verrückt, denn das hilft dir leider nicht. Ich persönlich kann aus meinen Erfahrungen sowohl mit diesem Ekzem, als auch mit der Neurodermitis und sogar mit meinem allergischen Athma nur eins sagen: Auch wenn es anfänglich immer schlimmer zu werden scheint, kommt immer irgendwann der Punkt, an dem man herausfindet, was einem hilft. Und ab diesem Punkt ist es einem möglich, mit den Beschwerden zurecht zu kommen und zu verhindern, dass es tatsächlich schlimmer wird. Tu dir ab und zu mal was Gutes, denn die Seele ist bei der Genesung von Hauterkrankungen nicht zu vernachlässigen.
    Und was ich ganz wichtig finde (zumindest für mich war das sehr wichtig), man muss sich davon lösen, was andere denken. Früher habe ich mich geschämt – die die Neurodermitis, für meine Keratosis Pilaris an den Oberarmen und auch für meine „Handbläschen“. Irgendwann habe ich mich davon gelöst und mir gesagt: Wieso soll ich mich dafür schämen? Es hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun oder sonst was, was ich beeinflussen könnte. Ich habe mich nach und nach davon frei gemacht und seitdem kann ich mit meinen Hautkrankheiten viel besser leben. Und siehe da: Die meisten Menschen achten da nicht einmal besonders drauf. Und selbst wenn – ich lass mir nicht mehr mein Leben einschränken, weil sich vielleicht im Schwimmbad oder sonst wo jemand daran stört, dass ich rote Stellen auf der Haut oder kleine Bläschen habe…

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