Ernährung bei Neurodermitis

Neurodermitis und Ernährung

Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor für die Linderung der Neurodermitis und somit für die Steigerung der Lebensqualität. Jedoch gibt es keine Pauschaldiät, die für jeden Neurodermitis-Erkrankten verbindlich ist. Wenn Sie an Neurodermitis erkrankt sind, sollten Sie sich einen individuellen Speiseplan erstellen. Es gibt allerdings einige Lebensmittel, die grundsätzlich erst einmal gemieden werden sollten. Hierzu zählen Milch, Eier, Weizen, Nüsse und Süßigkeiten. Auch viele moderne Lebensmittel wie Fertiggerichte, Fertigsuppen und Fastfood enthalten meist Inhaltsstoffe, die Hautirritationen auslösen und chronische Hauterkrankungen wie Neurodermitis fördern. Dazu zählen zum Beispiel Geschmacksverstärker wie Glutamat, Gewürze und Farbstoffe. Aber auch Alkohol kann zu einer Verschlimmerung der Neurodermitis führen. All diese Stoffe sind größtenteils künstlich von der Industrie erzeugt und unsere Vorfahren haben sie nicht zu sich genommen. Kein Wunder also, dass diese Stoffe nicht das Optimum für unsere Gesundheit darstellen und dass unsere heutige Ernährung Probleme mit sich bringen kann. Eine gesunde, ausgewogene und allergenarme Ernährung bei Neurodermitis ist daher empfehlenswert, um die Krankheitssymptome zu lindern.

 

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Neurodermitis nur in den Industrie-Nationen

In der dritten Welt ist die Neurodermitis nahezu unbekannt, aus einem guten Grund: Die Ernährung der Menschen sieht dort komplett anders aus als in der westlichen Welt. Durch eine Ernährungsumstellung konnten schon viele Neurodermitiker ihre Symptome lindern oder ihre Beschwerden komplett loswerden. Der Verzehr von Rohkost wie Obst und Gemüse, von gesundem Omega-3-haltigen Fisch und der Verzicht auf Fertigprodukte können schon viel hinsichtlich der Neurodermitis ändern. Im Endeffekt hat es der Neurodermitiker gut: Die Haut reagiert und zeigt, dass etwas an der Ernährung nicht gut war.

 

Ernährungstagebuch bei Neurodermitis

Nun gilt es herauszufinden, was am eigenen Lebensstil nicht in Ordnung ist. Sicher ist das nicht einfach, aber wenn man bereits auf genug Entspannung achtet und sich nicht zu viel Lasten und Stress aufbürdet, dann kann die Ernährung ein Faktor sein, der die Beschwerden der Neurodermitis lindern kann. Es empfiehlt sich daher, ein Ernährungstagebuch zu führen, um herauszufinden, auf welche Produkte man reagiert. Neben den Nahrungsmitteln und den auftretenden Symptomen sollten auch jegliche Aktivitäten (Arbeit, Schule, Sport, Verabredungen) und die Stimmung (Ärger, Stress, Entspannung) notiert werden. Erste Beschwerden treten etwa bis zu zwei Stunden nach dem Essen auf. Diese können bereits einen Hinweis darauf liefern, dass das entsprechende Lebensmittel den Hautzustand beeinflusst. Im besten Fall sieht man dann schon nach ein paar Tagen logische Zusammenhänge zwischen der Ernährung und der Neurodermitis: Der Hamburger oder Alkohol am Wochenende und das damit verbundene Aufflackern der Hautbeschwerden.

 

Nahrungsmittelallergie bei Neurodermitis

In Deutschland leiden ca. zwei bis drei Prozent der Erwachsenen an einer Nahrungsmittelallergie. Besonders häufig stellen Eier, Nüsse, Kuhmilch und Zitrusfrüchte wie Zitronen oder Orangen ein Problem für Allergiker dar. Aber auch Alkohol und Kaffee können problematisch sein, da diese Genussmittel die Durchblutung der Haut steigern, was wiederum den Juckreiz der Neurodermitis verstärkt. Weitere Symptome einer solchen Allergie können aber auch Übelkeit, Durchfall, Kreislaufversagen und Atemnot sein. Dies gilt auch für stark gewürzte Speisen. Mit einem Hauttest kann man sich Gewissheit darüber verschaffen, ob man unter einer Nahrungsmittelallergie leidet. Allergien, die schon im Kleinkindalter auftreten klingen meist im Laufe der Jahre ab und sind so im Erwachsenenalter nicht mehr vorhanden.
Inwiefern die Ernährung die Neurodermitis beeinflusst, ist bis heute nicht vollends geklärt. Einige Studien haben gezeigt, dass Neurodermitis durch Nahrungsmittelallergien ausgelöst werden kann, andere zeigen, dass sich in nur etwa 10% der Fällen, in denen Neurodermitiker ihre Ernährung entsprechend umstellen, die Haut verbessert. Inwieweit sich die Ernährung nun auf die Neurodermitis auswirkt, ist individuell unterschiedlich. Einige Betroffene berichten, dass sich ihr Hautzustand merklich verbessert hat oder die Symptome der Neurodermitis gar völlig verschwanden, indem sie ihre Ernährungsweise umgestellt haben, beispielsweise auf eine vegane, glutenfreie oder histaminarme Ernährung.
Die Neurodermitis an sich ist keine Allergie, kann aber zusammen mit Nahrungsmittelallergien auftreten, die wiederum den Hautzustand beeinflussen. In den meisten Fällen treten die allergischen Reaktionen nur bei einem oder wenigen Nahrungsmitteln auf. Bei Verdacht auf allergische Reaktionen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht und ein Allergietest durchgeführt werden. Wenn die Ernährung daraufhin geändert werden soll, sollte dies ebenfalls mit dem Arzt oder einem Ernährungsberater abgesprochen werden, um in jedem Fall eine Mangelernährung zu vermeiden. Auch die Wiedereinführung des Lebensmittels, das die allergische Reaktion und die Verschlechterung der Neurodermitis auslöst, sollte unter fachkompetenter Anleitung geschehen.

 

Welche Getränke bei Neurodermitis

Wasserglas

Die beliebtesten Getränke haben leider bei den meisten Neurodermitikern eine allergene Wirkung. Hierzu zählen koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, außerdem schwarzer Tee sowie Alkohol. Sie regen die Schweißproduktion an, wodurch der Juckreiz und weitere Krankheitssymptome der Neurodermitis verstärkt werden können. Als Ersatz können Sie hier Malzkaffee (ohne Milch) oder Matetee wählen. Weitere Teesorten, die Sie ohne Bedenken trinken können sind: Holunder-, Lindenblüten-, Hagebutten-, oder Stiefmütterchen-Tee. Achten Sie aber darauf, keine Teemischungen zu nehmen, sondern immer nur eine Teesorte. Benutzen Sie wenn möglich keine Teebeutel und bereiten Sie den Tee nicht zu stark zu. Cola- und Limonadengetränke sollten natürlich komplett vermieden werden. Sie enthalten nicht nur jede Menge Zucker, sondern auch Zusätze wie Phosphat und viele Farbstoffe. Des Weiteren sollten Sie darauf achten, viel Wasser zu trinken – am besten zwei Liter pro Tag. Wem das Wassertrinken schwerfällt, hilft möglicherweise der Tipp, aus großen Gläsern zu trinken und diese immer sofort wieder aufzufüllen. Weitere empfehlenswerte Getränke bei Neurodermitis sind, zumindest nach TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin), grüner Tee, roter Traubensaft, roter Rübensaft, Apfel- sowie Birnensaft. Die Säfte sollten möglichst von Bio-Qualität zeugen und bei Zimmertemperatur getrunken werden. Da Apfel- und Birnensaft aus heimischen Früchten hergestellt wird, sind sie in der Regel bekömmlicher als Säfte aus exotischeren Früchten. Dennoch ist hier auch die Menge zu beachten, denn Neurodermitis-Patienten sollten höchstens einen Viertelliter Saft pro Tag trinken. Insgesamt sollten aber vor allem Neurodermitiker darauf achten, über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

 

Ernährung bei Babys mit Neurodermitis

Da Neurodermitis schon bei Babys auftreten kann, spielt auch die Ernährung der Säuglinge eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Krankheit. Ein Säugling, der Neurodermitis gefährdet oder daran erkrankt ist sollte auf jeden Fall sechs Monate gestillt werden, insbesondere wenn Neurodermitis oder andere Allergien in der Familie bereits aufgetreten sind. Durch das Stillen werden Schutzstoffe übertragen, die dabei helfen, die Ausbildung einer Nahrungsmittel-Allergie zu verhindern. Das Kind kommt dabei auch erst möglichst spät mit körperfremden Eiweißen in Kontakt, die Allergien auslösen können. Außerdem wird damit der gefährlichste Faktor aus der Ernährung gestrichen: die Kuhmilch. Diese ist der häufigste Auslöser für eine Neurodermitis-Erkrankung im Säuglingsalter. Auch die Mutter sollte in dieser Zeit auf Kuhmilch oder andere gesäuerte Milchprodukte wie Quark oder Joghurt verzichten und ihre Ernährung dementsprechend umstellen.
Wenn das an Neurodermitis erkrankte Baby nicht (mehr) gestillt wird und der Verdacht besteht, dass das Milcheiweiß das Hautbild verschlimmert, sollte darauf geachtet werden, stattdessen eine hypoallergene Säuglingsnahrung zu verabreichen. Auf den Produkten ist der entsprechend Zusatz H.A. (hypoallergen) zu finden. Dennoch ist zu beachten, dass nicht alle an Neurodermitis erkrankten Babys an einer Milchunverträglichkeit oder Milchallergie leiden. In diesem Fall kann das Baby normale Babynahrung bekommen, jedoch sollten Frischmilchprodukte, Soja, Hühnerei oder Fisch idealerweise in den ersten beiden Lebensjahren gemieden werden. Nach dem sechsten Monat sollten Sie beginnen, Ihrem Baby Beikost zu verabreichen. Hierbei ist es nicht nötig, von Beginn an auf bestimmte allergene Lebensmittel zu verzichten, da die Lebensmittelunverträglichkeit sehr individuell ist. Die neuen Nahrungsmittel sollten im Abstand von einigen Tagen eingeführt werden, damit beobachtet werden kann, ob gewisse Hautveränderungen oder anderweitige allergische Reaktionen auftreten, die die Neurodermitis verstärken. Beginnen kann man beispielsweise damit, Gemüsebrei zu verabreichen; Zucchini, Kartoffeln, Brokkoli, Kürbis und Pastinake sind verträgliche Gemüsesorten. Ab dem achten Monat kann das erste Getreide hinzukommen, hier empfehlen sich Reis- oder Hirseflocken, mit denen auch Gemüsebreie hergestellt werden können. Auch Fleischsorten wie Pute, Huhn oder Rind können verabreicht werden. Obstbreie können beispielsweise mit Bananen und Birnen hergestellt werden. Erst ab dem neunten Monat sollte das Baby Milchbrei bekommen, dieser sollte idealerweise mit Muttermilch oder hypoallergener Nahrung zubereitet werden. Wenn das Kind ein Jahr alt ist, kann es auch mit glutenhaltigem Getreide wie Hafer oder Dinkel gefüttert werden. Gleichzeitig kann dann auch Kuhmilch auf Verträglichkeit getestet werden.
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Baby allergische Reaktionen aufweist, sollten Sie unbedingt einen Allergietest durchführen lassen, um die unverträglichen Lebensmittel zu identifizieren.

 

Ernährung bei Kindern mit Neurodermitis

Etwa ein Drittel der Kinder mit Neurodermitis leiden an einer Lebensmittelallergie. Auch hier empfiehlt es sich, ein Ernährungstagebuch zu führen, um herauszufinden, auf welche Lebensmittel das Kind reagiert und welche die Neurodermitis-Schübe verursachen bzw. verstärken. Erst wenn sich der Verdacht einer Allergie bestätigt, sollte das Kind auf eine bestimmte Ernährung umgestellt werden. Diese sollte mit dem Arzt abgesprochen und regelmäßig überprüft werden, da insbesondere im Kindesalter ein Rückgang der Allergie und somit auch der Neurodermitis möglich ist, teilweise schon bis zum Schulalter.
Die Ernährung bei Neurodermitis sollte individuell an das Kind angepasst werden, da es keinen allgemeingültigen Ernährungsplan für Neurodermitis-Patienten gibt. Auf die Lebensmittel, die nicht vertragen werden, sollte komplett verzichtet werden. Die häufigsten Auslöser sind Kuhmilch, Hühnerei, Weizen und Soja. Es ist jedoch davon abzuraten, voreilige Diätpläne zu erstellen. Stattdessen ist es wichtig herauszufinden, was gut für das Kind ist und was nicht. Andernfalls kann es durchaus zur Mangelernährung kommen, was wiederum die Stressbelastung verstärkt und irreversible Folgen haben kann. Allgemein empfiehlt sich in jedem Fall eine ausgewogene und altersgerechte Ernährung für die Kinder. Interessant für viele Eltern von Kindern mit Neurodermitis ist, dass spezielle Schulungen für die Eltern angeboten werden, die oftmals auch von der Krankenkasse übernommen werden. Thematisiert werden dabei die Zusammenhänge und Hintergründe der Krankheit, außerdem bekommen die Eltern Ratschläge zum alltäglichen Umgang mit der Krankheit.

 

Ernährungsumstellung bei Neurodermitis

Im Folgenden werden einige Ernährungsweisen vorgestellt, die durchaus bei der Linderung der Neurodermitis-Symptome helfen können. Dennoch sollte weiterhin berücksichtigt werden, dass jeder Mensch unterschiedlich auf bestimmte Lebensmittel reagiert. Es kann daher nicht garantiert werden, dass beispielsweise eine vegane Ernährung bei allen Neurodermitikern wirkt. Verschiedene Erfahrungsberichte zeigen jedoch durchaus Erfolge auf, die dank einer entsprechenden Ernährungsumstellung hinsichtlich der Neurodermitis erzielt wurden. Teils wurden die Symptome nicht nur gelindert, sondern verschwanden bei konsequenter Ernährung sogar komplett.

 

Rohkost

Um auf eine Rohkost-Ernährung bei Neurodermitis umzustellen, sollte man damit beginnen, bestimmte Lebensmittel auszutauschen und durch Rohkost zu ersetzen. Dabei ist es zunächst einmal wichtig zu wissen, dass Rohkost nicht gleich Rohkost ist. Zum einen kann die Rohkost-Ernährung lediglich aus rohem Obst und Gemüse bestehen, oder aber auch Fleisch und Fisch einbeziehen, sofern dieser kalt geräuchert, getrocknet oder roh ist. Häufig sind auch kalt geschleuderter Honig, kalt geschleudertes Öl und Trockenfrüchte erlaubt. In jedem Fall wird dabei jedoch auf erhitzte und verarbeitete Lebensmittel verzichtet. Häufig geht mit der Rohkost-Ernährung auch die vegane oder vegetarische Ernährung einher.
Die Rohkost lässt sich noch weiter unterteilen, unter anderem in Urkost und Sonnenkost. Erstere ist dabei jedoch eine eher umstrittene Form der Rohkost. Bei der Urkost-Ernährung werden nur rohe Lebensmittel verzehrt, die davor auch nicht abgewaschen werden. Bei dieser ansonsten veganen Ernährung wird jedoch eine Ausnahme gemacht, da durch das Nicht-Abwaschen auch Insekten, die sich an oder in den Lebensmitteln befinden verzehrt werden. Besonders an der Urkost ist weiterhin, dass sie überwiegend aus Wildpflanzen (Brennnesseln, Moos) sowie Früchten, Beeren und Blättern bestehen. Bedenklich ist bei dieser Ernährung jedoch die Annahme, dass Trinken überflüssig sei und dass die Urkost nicht nur als Schutz vor Krankheiten dient, sondern diese auch heilen soll.
Bei der Sonnenkost wird sich dagegen hauptsächlich von Obst ernährt, aber auch von Gemüse und teilweise von Nüssen. Ein Grund für diese Art der Ernährung ist, dass bei dem Verzehr von Obst nicht in die Natur eingegriffen werden muss, während Gemüse neu angebaut und für Fleisch getötet werden muss. Anders als bei der Urkost, ist bei der Sonnenkost jedoch auch das Trinken erwünscht. Jedoch sollen nicht etwa Tee oder andere warme Getränke zu sich genommen werden, da das Kochen von Lebensmitteln nicht als Teil der Sonnenkost gilt. Stattdessen wird destilliertes Wasser empfohlen.

 

Vegane Ernährung

Die vegane Ernährung geht aus der vegetarischen Lebensweise hervor und bedeutet, dass komplett auf tierische Produkte verzichtet wird. Dazu zählen beispielsweise Milch, Eier, Käse oder Butter. Für einen veganen Lebensstil gibt es verschiedene Gründe, darunter zählen nicht nur der Tier-, Klima- und Umweltschutz, sondern auch gesundheitliche Gründe. Sind die Veganer ethisch motiviert, so achten sie häufig auch darauf, dass ihre Kleidung und andere Alltagsgegenstände frei von Tierprodukten oder Tierversuchen sind, beispielsweise bezüglich kosmetischer Artikel. Auch Menschen mit Neurodermitis, Allergien, Laktoseintoleranz oder die, die sich besonders bewusst ernähren möchten, ziehen oft eine vegane Ernährung vor. Vegane Ernährung
Allerdings gehen mit der veganen Ernährung auch einige Risiken ein. Werden die Lebensmittel nicht angemessen oder ausgewogen genug ausgewählt, kann es zur Mangelernährung kommen, wenn nicht genügend Vitamin B2, B12 und D sowie Eisen, Calcium, Jod und Zink aufgenommen werden. Insbesondere sind davon Schwangere und stillende Mütter, Säuglinge, Kleinkinder und auch Senioren betroffen. Die Ernährung sollte daher sehr bewusst erfolgen, um genügend Energie und Proteine aufzunehmen. Vitamin B12 ist beispielsweise ausschließlich in tierischen Produkten enthalten, doch auch Sauerkraut, Sojaprodukte oder Blaualgen weisen geringe Mengen an Vitamin B12 auf, kann in diesem Fall jedoch vom Menschen nicht verwertet werden. Ein Mangel an Vitamin B12 ist allerdings nur schwer zu erkennen. Die Betroffenen sind oftmals blass, energielos und von Schwindel geplagt. Dabei können sogar irreversible Schäden des Nervensystems auftreten. Aus diesem Grund sollten Veganer ihren B12-Wert regelmäßig überprüfen lassen. Bei einer längerfristigen veganen Ernährung sollten Nahrungsergänzungsmittel verwendet werden. Teils werden auch Lebensmittel wie Frühstücksflocken, Müsliriegel, Sojamilch oder Fruchtsäfte mit B12 angereichert. Weiterhin kann Vitamin D vor allem im Sommer durch die Sonne aufgenommen werden, das ebenfalls häufig mangelnde Calcium durch Brokkoli, Gemüse, Fenchel, Mandeln und Haselnüsse oder auch calciumreiches Mineralwasser. Auch Vollkornprodukte, pflanzliche Öle und natürlich viel Obst und Gemüse sollten verzehrt werden.

 

Glutenfreie Ernährung

Weist der Körper eine Glutenunverträglichkeit auf, so reagiert er allergisch auf das so genannte Klebereiweiß (auch Zöliakie oder einheimische Sprue), welches in zahlreichen Getreidesorten wie Weizen, Gerste, Roggen und Hafer enthalten ist. Das Immunsystem erachtet das Gluten als feindlich und bildet Antikörper, die schließlich die Dünndarmschleimhaut angreifen und schädigen, wodurch der Dünndarm in seiner Funktionsfähigkeit eingeschränkt wird. Dadurch kann nur eine begrenzte Menge an Nährstoffen wie Vitamine oder Mineralstoffe aufgenommen werden.
Bei Neurodermitis-Patienten hat die Glutenunverträglichkeit vermehrte und intensivere Schübe sowie heftigen Juckreiz zur Folge. Außerdem verschlechtert sich das allgemeine Hautbild. Daher sollte in diesem Fall die Ernährung umgestellt werden und glutenhaltige Nahrungsmittel gemieden werden. Enthalten ist Gluten unter anderem in Backwaren, Mehlspeisen und Nudeln, Bier, vielen Wurst- und Käsewaren, Fruchtzubereitungen und Süßigkeiten sowie in mit Mehl gebundenen Suppen oder Sahnesoßen. Solche Nahrungsmittel gilt es dementsprechend zu vermeiden. Daneben können auch lebende Symbiontenkulturen eingesetzt werden, um die Darmflora positiv zu beeinflussen. Glutenfreie Nahrungsmittel sind unter anderem Reis, Mais und Quinoa. Unverarbeitet enthalten auch Obst und Gemüse, Salate, Milch, Quark, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sowie Honig, Hülsenfrüchte, Tofu und Sojamilch kein Gluten. Weizenmehl kann ebenfalls ersetzt werden, beispielsweise durch Reis-, Kartoffel-, Mais- oder Sojamehl.

 

Paleo-Ernährung

Die Paleo-Diät beruht auf dem Prinzip der Steinzeiternährung und orientiert sich an der Ernährung der Jäger und Sammler. Bei dieser Ernährungsform ernähren sich die Menschen lediglich von Nahrungsmitteln, die bereits in der Altsteinzeit verfügbar waren. Auf dem Speiseplan stehen daher viel Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Salate, Fett und Obst. Gemieden werden unter anderem Milch und Milchprodukte sowie Getreide und Getreideprodukte, außerdem auch industriell hergestellte Lebensmittel wie alkoholische Getränke, Pflanzenfett und alle weiteren Nahrungsmittel, die noch verarbeitet werden müssen. Dazu zählt auch Zucker, auf den insbesondere auch bei Neurodermitis verzichtet werden sollte, sowie natürlich auch Fertiggerichte. Auch zu viel Obst sollte aufgrund des hohen Zuckergehalts vermieden werden. Beeren eignen sich bei dieser Form der Ernährung beispielsweise besser als Äpfel. Insgesamt ist die Qualität der Lebensmittel von großer Bedeutung, um eine möglichst natürliche Ernährungsweise zu erreichen. Problematisch an der Paleo-Ernährung ist jedoch, dass es nicht ganz klar ist, was genau in der Steinzeit gegessen wurde. Die Menschen mussten sich abhängig von ihrer jeweiligen Klimazone ernähren, weshalb es auch nicht die eine Paleo-Diät geben kann. Weiterhin war es während der Steinzeit nicht das Ziel, sich möglichst gesund zu ernähren, vielmehr ging es um die Ernährung und den Erhalt der gesamten Spezies. Fraglich ist auch, ob die Steinzeiternährung überhaupt für das heutige moderne Leben angemessen ist.
Die Stärken der Paleo-Diät liegen darin, dass Stoffwechsel- und Autoimmunerkrankungen wie Diabetes und Multiple Sklerose sowie auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis gelindert werden können. Auch ist die Durchführung relativ einfach, da aufwendiges Messen oder Abwiegen entfällt.

 

Histaminarme Ernährung

Bei Histamin handelt es sich um einen Naturstoff, der sowohl im menschlichen als auch im tierischen Organismus sowie unter zahlreichen Pflanzen und Bakterien verbreitet ist. Als zu den Gewebshormonen gehörendes biogenes Amin ist Histamin zentral für physiologische Vorgänge, so unter anderem auch bei Entzündungs- und allergischen Reaktionen, die im Zusammenhang mit Neurodermitis stehen können. Bestimmte Nahrungsmittel können ebenfalls Histamin enthalten, es im Körper freisetzen oder den Abbau biogener Amine blockieren. Symptome, die sich durch eine zu hohe Histaminbelastung zeigen, sind Beeinträchtigungen des Bronchialsystems, des Magen-Darm-Trakts, des Herz-Kreislauf-Systems und des zentralen Nervensystems.
Beinahe 7,5 Millionen Menschen in Deutschland, der Großteil von ihnen Frauen, leiden an einer Histaminintoleranz, unter den Neurodermitikern sind es bis zu einem Drittel. Der Körper kann in diesem Fall die biogenen Amine nicht ausreichend abbauen, wodurch es zu körperlichen Reaktionen kommt. Bei Neurodermitis-Patienten kann sich die Krankheit verschlimmern und Neurodermitis-Schübe ausgelöst, intensiviert oder verlängert werden. Um die Symptome zu reduzieren, sollte auf eine histaminarme oder -freie Ernährung geachtet werden. Histaminreiche Nahrungsmittel, die gemieden werden sollten, sind getrocknete, gepökelte oder geräucherte Fleischprodukte, Schweinefleisch, Fischsorten wie Thunfisch, Makrele oder Hering sowie Käsesorten mit langer Reifezeit, wie Camembert oder Schimmelkäse. Außerdem sollten jegliche Produkte vermieden werden, die Hefe und Backtriebmittel enthalten. Früchte und Gemüse mit hohem Histamingehalt sind unter anderem Bananen, Erdbeeren, Tomaten und Spinat. Auch Bier und Wein, insbesondere Rotwein, und Schokolade sollten nicht zu sich genommen werden. Empfehlenswerte Lebensmittel, die von den meisten Menschen mit Histaminintoleranz vertragen werden, sind beispielsweise Frischkäse, pasteurisierte Milch, frisches Gemüse, Reis, Mais, Amaranth, Kräutertees und Essig (bis auf Balsamico- und Weinessige).

 

Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) vertritt die Ansicht, dass Körper und Geist zusammengehören, weshalb der Mensch stets als Ganzes betrachtet wird. Die Psyche und Lebensbedingungen der Patienten werden ebenfalls berücksichtigt, dadurch unterscheidet sich die TCM auch wesentlich von der Schulmedizin. Was die Neurodermitis betrifft, liegen demnach die Ursachen im Körperinneren und sollten auch von innen behandelt werden.
Laut TCM führt eine Schwäche von Milz und Magen dazu, dass feuchte Hitze entsteht. Das Milz-Qi ist demnach schwach und die die Umwandlung von körperfremden in körpereigene Stoffe ist mangelhaft. Dadurch funktioniert der Stoffwechsel nicht optimal und es bleibt Feuchtigkeit im Körper zurück. Diese Feuchtigkeit produziert Hitze, wenn sie längere Zeit im Körper verweilt. Verstärkt werden kann die Hitze, wenn eine ungünstige Ernährung zur Entstehung von zusätzlicher Hitze beiträgt. Wenn die Feuchtigkeit den Körper verlassen will, geschieht dies bei Neurodermitikern über die Haut, wodurch sich nässende Ausschläge und Hautbläschen bilden. Weiterhin deutet auch die Rötung der Haut Hitze an. Die TCM geht außerdem davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen dem emotionalen Zustand und dem Hautbild besteht. Bei übermäßiger emotionaler Belastung kann sich demnach Neurodermitis als typisches Krankheitsbild aufzeigen. Um die Symptome der Neurodermitis zu verringern, sollte die Ernährung auf die Stärkung der Milz und des Verdauungssystems abzielen. Was die Ernährung nach TCM zur Behandlung von Neurodermitis betrifft, so sind solche Lebensmittel zu meiden, die die Hitze im Körper noch verstärken. Dazu zählen scharfe Gewürze wie Chili, Curry, Knoblauch und Zwiebeln. Schwarzer Tee Auch Alkohol, Kaffee und Rauchen zählen dazu. Was Fleisch betrifft, so gelten Wild und Lamm als besonders erhitzend, Schweinefleisch und Wurstwaren dagegen als sehr befeuchtend, insbesondere wenn das Fleisch frittiert oder gebraten wird. Auch Weizenmehlprodukte belasten die Milz stark, von Brot wird allgemein abgeraten. Als stark befeuchtend gelten ebenfalls Milchprodukte, Nüsse und Fette, darunter insbesondere Sesamöl. Hierbei sollte die persönliche Verträglichkeit getestet werden. Die Chinesische Diätetik weist darauf hin, dass auch Fisch, Rindfleisch, Gänsefleisch und Pfirsich vermieden werden sollten, da sie pathologische Hautveränderungen verschlimmern können. Weiterhin ist Zucker generell nicht geeignet für Neurodermitiker, da dieser stark befeuchtend wirkt und dem Körper Nährstoffe wegnimmt. Empfohlene Lebensmittel nach TCM sind solche mit bitteren Geschmack (Chicorée, Endivien, grüner und schwarzer Tee), Sojaprodukte und Sprossen. Nahrungsmittel, die ebenfalls nicht befeuchtend wirken sind Reis, Hirse und Gerste. Gemüsearten wie Karotten, Mais, Kürbis, Brokkoli, Spargel und Kohlrabi sowie Obstsorten wie Apfel, Birne, Beeren und Trauben eignen sich ebenfalls für die Ernährung nach TCM. Allerdings sollte darauf geachtet werden, sie so zuzubereiten, dass sie für die Milz bekömmlich sind. Rohkost sollte nur in Maßen verzehrt werden. Selbiges gilt für Hülsenfrüchte wie Linsen oder Erbsen, daher sind diese nur in Maßen zu genießen.

 

Weitere Tipps zur Ernährung bei Neurodermitis

Haben Sie weitere Tipps zum Thema Ernährung bei Neurodermitis oder können Sie bestimmte Lebensmittel ganz besonders empfehlen? Welche Nahrungsmittel meiden Sie, welche stören Ihre Haut überhaupt nicht? Wir freuen uns auf Ihre Antworten in den Kommentaren! Dort ist eine Diskussion zu diesem Thema absolut erwünscht! Als Anregung haben wir außerdem einige Rezepte für Sie zusammengestellt.

 
 
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112 Reaktionen zu “Ernährung bei Neurodermitis”

  1. Katharina

    Ein tolles Portal mit super Tipps auch in den Kommentaren!
    Zur Ernährung möchte ich noch die TCM-Ernährung als Möglichkeit anführen: hier wird darauf gebaut, die Selbstheilungskräfte wieder anzuregen, indem man typgerecht isst. Die Röte der Haut deutet auf innere Hitze hin – das heißt, kein hitziges Essen wie z.B. scharfe Gewürze oder gegrilltes Fleisch! Außerdem spielt Feuchtigkeit eine Rolle (merkt man am nässenden Ausschlag) – also z.B. keine Kuhmilch und Zucker, da diese verschleimen und die Feuchtigkeit verstärken. Mir hat diese Ernährungsumstellung super geholfen und ich gebe meine Erfahrungen jetzt als dipl. Ernährungsberaterin nach TCM weiter. Infos (Blog) findet ihr auf http://www.ernaehrungsberatung-wien.at. Liebe Grüße, Katharina

  2. Mefisias

    Das einzige das bei mir wenn ich einen wirklich schlimmen Schub habe, was leider bei mir gerade der Fall ist,ist Heilerde(zb Luvos)oder was sogar noch besser hilft Weiße Tonerde mit Wasser mischen und direkt auf die betroffenen Stellen, nach 2 bis 3 Minuten hört das jucken und das Nässen auf. Ansonsten keine bereits verarbeiteten Lebensmittel!!
    Liebe Grüße
    M

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